Leseimpulse

Zum Schul- und Bildungssektor erscheinen jeden Tag eine Vielzahl an wissenschaftlichen Studien, politischen Maßnahme- und Strategiepapieren, didaktischen Handreichungen sowie Sachbücher. Es ist schwierig, den Überblick zu behalten, vor allem auch eine Sortierung über Qualität, Reichweite und Wirksamkeit der Beiträge vorzunehmen.

Aus diesem Grund versammeln wir an diesem Ort Bücher, Texte, Internetseiten, Blogs und Podcasts, die wir im Diskurs über Bildung im Digitalen Zeitalter für unsere didaktische Arbeit und unser Nachdenken über die Digitalisierung in der Bildung als bedeutsam und relevant erachten. Sie dienen uns als Orientierung und sind entsprechend das Fundament, auf dem wir stehen. Wir möchten diese zur Lektüre empfehlen.

Julian Nida-Rümelin: Philosophie einer humanen Bildung

Der Philosoph und Bildungspolitiker Julian Nida-Rümelin hat sich vielfach zu den Anforderungen der Bildung im digitalen Zeitalter zu Wort gemeldet. Der Debattenbeitrag ist zwar schon etwas älter, formuliert aber zentrale politische und ethische Fragen einer zukünftigen Bildung im Zeitalter der Digitalisierung. Das Buch hat insofern nicht an Aktualität eingebüßt und zeigt, dass Philosophie eine wichtige Brückenfunktion in Zeiten gesellschaftlicher Verunsicherung innehat. Weiterlesen

Michel Serres: Erfindet euch neu! – Eine Liebeserklärung an die vernetzte Generation

Michel Serres führt uns in seiner kurzen Streitschrift die Trennlinien zwischen den heutigen Schülergenerationen und ihren Lehrenden vor Augen. Es geht Serre keineswegs nicht darum, über Kultur- und Werteverlust zu klagen, sondern um fundamental andere Internalisierungen: Heutige Schüler/innen haben keinen Krieg erlebt, sind in der Mehrzahl Wunschkinder ihrer im Schnitt sehr viel älteren Eltern. Sie werden statistisch gesprochen weniger als all ihre Vorfahren gelitten haben. Sie haben nicht mehr den gleichen Körper und nicht mehr den gleichen Lebenswandel. Es geht um fundamental andere Internalisierungen. Dazu schlagen jetzt die Phänomene der Digitalisierung voll durch und trennen die Generationen womöglich noch tiefgehender. Weiterlesen

Jürgen Kaube: Ist die Schule zu blöd für unsere Kinder?

Einen prononcierten Debattenbeitrag liefert derzeit Jürgen Kaube, Autor und Mitherausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Kaubes Streitschrift bietet gut strukturiert viele bedenkenswerte Argumente, was derzeit im Bildungssystem vor allem durch Vertreterinnen und Vertreter der Bildungspolitik, Erziehungswissenschaften und auch der Wirtschaft nach seiner Meinung fehlgesteuert wird. Dabei geht es Kaube hauptsächlich darum, dass und wie die Schulen mit der Lösung gesellschaftspolitischer Problemstellungen überfrachtet werden, um danach als Sündenbock für dasselbe Problem herhalten zu sollen. Weiterlesen

Roberto Simanowski: Stumme Medien – Vom Verschwinden der Computer in Bildung und Gesellschaft

Computer verschwinden aus dem Blickfeld, sagt Roberto Simanowski. Wie durch ein Fenster schaue man durch sie hindurch und reflektiere nur noch, was man darin sieht – nicht aber mehr das Medium selbst. Völlig zu Unrecht werde dabei ausgeblendet, wie gravierend die Geräte die Kommunikation und damit auch die Gesellschaft formen. Dabei könnten die neuen Medien die Menschen genauso so stark verunsichern, wie die Flüchtlingskrise oder die Angst vor Terror. Statt über diesen wirkmächtigen Einfluss auf gesellschaftliche Debatten, Wahrnehmungen und Annahmen zu diskutieren, ist es zumeist ausschließlich die technische Anwendung digitaler Technologien, die im Fokus der Aufmerksamkeit stehen. Weiterlesen